Medical-Apps von Patienten

Moritz Göldner, Dipl.-Ing. MTM, referierte beim Treffen der LSN-Arbeitsgruppe „Medial Apps“ am 16. Oktober über die Rolle von Patienten bei der App-Entwicklung.
Der Doktorand am Institut für Technologie- und Innovationsmanagement der Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) vertritt eine ebenso einfache, wie überzeugende These: Patienten machen die besseren Medical Apps.
Untersucht wurden die Top 1000 medizinischen Apps im Apple AppStore, die den Kriterien eines Medizinproduktes entsprechen. Der Apple AppStore verzeichnet übrigens vier Mal mehr Medical Apps als der GoogleStore.
Die Bezeichnung „Top 1000“ bezieht sich dabei auf ein Apple-internes Ranking, vermutlich basierend auf den Downloadzahlen.

Ein großer Teil der Apps befasst sich mit den Krankheitsfeldern Diabetes und Bluthochdruck.
Rund 40% der App-Entwickler sind keine professionellen App-Entwickler, sondern Ärzte, Patienten oder Angehörige.
Die Motivation zur Entwicklung von Apps liegt bei den „Patientenentwicklern” im praktischen Nutzen beim täglichen Gebrauch, in der Minderung des Leidens und der konkreten Hilfe bei chronischen Erkrankungen.
Ärzte arbeiten häufiger mit professionellen Programmierern zusammen. Von den „Ärzteentwicklern“ gestalten die Hälfte ihre Apps für ihre Patienten, die andere Hälfte für sich selbst.

Das Fazit:

Apps, die von Patienten, Angehörigen und Ärzten entwickelt wurden, haben signifikant bessere Ratings als Apps professioneller Entwickler.
Nutzer-Innovation ist ein großer Antrieb im Bereich der aktuellen App-Entwicklung. Die ersten Ansätze stammen häufig von Patienten.
Die Gruppe der Patienten und Angehörigen ist zwar klein, aber äußerst erfolgreich.
Wichtig ist aber auch: Bisher erfolgt keine verpflichtende Prüfung der medizinischen Inhalte der Apps, die in die Stores gestellt werden.
In Anschluss an den Vortrag stellte Inga Breuer von FUSE einige interessante neue Medical Apps vor:
– Lärm App: Bestimmung des Geräuschpegels in dB
– Cardiograph: Pulsmessung mit Hilfe der iPhone Kamera
Die Diskussion über den Medical-APP Award wurde lebhaft aufgegriffen. Sie wird in einer kleineren Gruppe weitergeführt.
Der nächste Termin für ein Treffen der Arbeitsgruppe steht noch nicht fest.


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